Monday, 4 July 2011

Schneeweißchen & Rosenrot

Dieses Rezept stammt von meiner Großmutter. Wir Kinder haben es wegen seiner schönen Farben nach einem unserer Grimm'schen Lieblingsmärchen benannt. Es ist eine Art Joghurt-Sahne-Mousse, schön locker und fluffig. Das Dessert hat irgendwie was Magisches. Obwohl weder Eiweiß, Gelatine noch Stärke drin sind, behält es nach dem Stürzen die Form.

Die Mousse ist es sehr einfach zuzubereiten und macht richtig was her, wenn sie auf einer großen Platte serviert wird. Ideal für Familienfeiern oder Parties. Die Menge reicht locker für 10 Personen.


Man kann das Rezept auch einfach halbieren und ein kleineres Sieb nehmen. Auf jeden Fall muss die Zeit fürs Abtropfen im Kühlschrank einkalkuliert werden. Bei dieser Menge fand' ich ca. 20 Stunden optimal. Länger schadet nicht. Am besten macht man die Mousse einen Tag im Voraus. Eine kleinere Menge braucht vielleicht nicht so lange, hab' ich aber noch nie gemacht ;-) Und immer wieder mal die Molke abschütten!

Bei meiner Großmutter gab's dieses Dessert nur im Sommer, wenn die Erdbeeren im Garten reif waren. Man kann es aber das ganze Jahr über servieren, dann mit allen anderen Sorten von Beeren oder auch mit einem Püree von gefrorenen Beeren.

Die Mousse ist nicht sehr süß; durch den Joghurt schmeckt sie frisch und leicht säuerlich. Man kann ein bisschen mehr Zucker nehmen, aber ich persönlich hab' dann lieber gezuckerte Beeren dazu.

10 Portionen
1 kg naturbelassener, magerer Joghurt
250 g Zucker
800 ml Sahne
4 P. Vanillezucker
Beeren nach Belieben, leicht gezuckert

Ein Sieb in eine Schüssel stellen und mit Käseleinen oder einem sehr dünnen Küchenhandtuch gleichmäßig auslegen.


In einer Schüssel den Joghurt mit Zucker und Vanillezucker gut verrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. In einer anderen Schüssel die Sahne steif schlagen.

Vorsichtig die geschlagene Sahne unter die Joghurt-Zucker-Masse heben und alles in das mit dem Tuch ausgelegte Sieb gießen. Mit Klarsichtfolie abdecken. Einen Teller oben drauf legen und den Stoff darüber schlagen. (Wichtig: der Teller dient nur zum Schutz. Er muss auf dem Siebrand aufliegen und darf nicht auf die Mousse drücken, wie man das vielleicht vom Käsemachen kennt!)


Das Sieb mit der Schüssel drunter für etwa 20 Stunden in den Kühlschrank stellen. Immer wieder mal die Molke abgießen, die nach und nach aus dem Sieb in die Schüssel tropft.

Vor dem Servieren das Tuch auffalten, den Teller entfernen, die Klarsichtfolie abnehmen und eine große Platte (auf der serviert werden soll) mit dem Gesicht nach unten auf das Sieb legen. Richtig ausrichten! Die Mousse kann später auf der Platte nicht verschoben werden. Jetzt Sieb und Platte zusammen umdrehen. Das Sieb entfernen und vorsichtig das Tuch abnehmen. Reste auf dem Plattenrand mit einem feuchten Küchenpapier entfernen.


Die Stoffstruktur und die Eindrücke der Sieblöcher bleiben in der fertigen Mousse sichtbar.



So sieht die Mousse nach dem Anschnitt aus. Der Gelbton hier kommt von der Sonne, tatsächlich ist sie weiß.

Dazu passen am besten frische, gezuckerte oder pürierte Beeren.

Reste des Desserts kann man gut einen Tag im Kühlschrank aufheben. Dann sollten aber die Beeren dazu getrennt serviert worden sein. Sonst bildet sich nämlich eine unschöne Mischung aus Sahne, Joghurt und rotem Beerensaft um das Dessert herum, was ein bisschen iggelig aussieht.

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